Die perfekte Verbindung zwischen Gitarre und Computer

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Hallo!

Mesa1":3f0wuunn schrieb:
Auf diese Weise ließe sich zusätzlich die Anschlagstärke und das Abklingverhalten digital abbilden – ganz gleich, ob der Spieler die Finger oder ein Plektrum zum Zupfen benutzt.

Da geht aber sowas von in die total falsche Richtung. Ob ich mit Plektrum oder Finger anschlage, hat was mit der Frage zu tun, wie es klingen soll. Und wenn ich dann sowas lese, habe ich das Gefühl, dass hier Techniker am Werk sind - die vielleicht mal mit ein paar Gitarristen reden sollten...

Gruß

erniecaster
 
Hallo,

tolle Sache, das.

Nur: Kann mir mal jemand erklären, was diese famose Neuerung denn grundsätzlich von einer handelsüblichen Piezobrücke unterscheidet? Anhand des Artikels sehe ich da nämlich nicht den geringsten Unterschied. Aber vielleicht bin ich ganz einfach nur zu blöd, um die Genialität der Fraunhofers würdigen zu können.

Gruß,
Klaus
 
... ich vermute mal wild spekulativ, dass der Unterschied zum Piezo sein wird, dass es keine Übersprechungen gibt. Aber ich sehe keine konkreten Konstruktionsmerkmale und wie die Digitalisierung abläuft, bleibt da auch irgendwie verborgen, oder?
 
frankpaush":3mx541i7 schrieb:
...und wie die Digitalisierung abläuft...
Ich würde mal ganz stark vermuten, dass die öfters wiederholte Textpassage, der Sensor wandle Dinge in digitale Steuersignale um, schlichtweg falsch bzw. an der falschen Stelle zur besser Verständlichkeit verallgemeinert wurde.
Die Signale des Sensors werden wohl weiterhin von einer externen Einheit in digitale Signale umgewandelt werden müssen.

@ernie: Ich denke, der Satz soll nicht aussagen "es kommt das gleiche raus, egal ob man mit Fingern oder Plektrum spielt", sondern, dass sich beide Spielarten gleichwertig abnehmen lassen.

@kks: Eine herkömmliche Piezobrücke verwendet Piezoelemente, die durch den Druck der Saiten Spannung erzeugen, die hier vorgestellte Sensorschicht erzeugt nicht selber Spannung, sondern verändert durch die Schwingungen den elektrischen Widerstand, der abgefragt werden kann.
Der "dramatischste" Unterschied aus meiner Sicht: Das Piezoelement wandelt nur den Impuls der Saite um (nicht der Druck als solches erzeugt Spannung, sondern nur die Druckveränderung), während ein druckabhängiger Widerstand zu jeder Zeit die, um es mal so zu nennen, aktuelle Position der Saite wiederspiegelt.
 
... mh, ok. Bedeutet das nicht aber, dass wie bei einem Piezo im Prinzip auch ein analoges Signal erst digital aufgeschlüsselt und dann die Widerstandswerte interpretiert werden müssen?

PS: noch mal gelesen: der Unterschied ist nur, dass sich statt der Spannungsveränderung (Piezo) eine Widerstandsveränderung ergibt. Das auslösende Ereignis ist aber doch eigentlich identisch, oder was verstehe ich da nicht??
 
Banger":fde3jqdr schrieb:
Das Piezoelement wandelt nur den Impuls der Saite um (nicht der Druck als solches erzeugt Spannung, sondern nur die Druckveränderung), .

Das ist so nicht richtig. Durch gerichteten Druck wird das Piezoelement verformt, was zur Ladungstrennung und damit zur Ausbildung eines Dipols führt. Dieser Dipol bleibt so lange bestehen, wie die Kraft wirkt und damit die Verformung besteht. In der Praxis ergibt sich allerdings das Problem, das aufgrund des extrem hohen Innenwiderstands des Piezoelements die erzeugte Ladung im Laufe der Zeit kompensiert wird, sodass scheinbar ein Impulsverhalten auftritt.

Für die Anwendung als Tonabnehmer ist das aber ohne Bedeutung, da ohnehin nur Wechselbeanspruchungen detektiert werden müssen, und im Zusammenhang mit dem Ursprungsposting ist das sowieso egal, weil sämtliche genannten Vorteile dieser Neuentwicklung auch schon von herkömmlichen Piezos und i. W. sogar von Magnettonabnehmern erfüllt werden. So what?

Edit: Impulsverhalten haben wir dagegen tasächlich beim Magnettonabnehmer. Lt. Induktionsgesetz ist hier die induzierte Spannung proportional zur Änderungsgeschwindigkeit des magn. Flusses, sodass tatsächlich nur ein sich im Magnetfeld bewegendes ferromagnetisches Objekt eine Ausgangsspannung erzeugt.

Gruß,
Klaus
 
Hallo Banger,

Banger":mfgnlwe7 schrieb:
@ernie: Ich denke, der Satz soll nicht aussagen "es kommt das gleiche raus, egal ob man mit Fingern oder Plektrum spielt", sondern, dass sich beide Spielarten gleichwertig abnehmen lassen.

Stimmt, mit etwas gutem Willen kann man das so auch lesen!

Naja, soll´n die Jungs mal Serienreife erreichen und dann schaun wir mal.

Gruß

e.
 
Wie kks schon sagte, ist ein Piezo-Element elektrisch gesehen eine Wechselspannungsquelle mit sehr hohem Innenwiderstand. Obendrein ist der Innenwiderstand frequenzabhängig und für tiefe Frequenzen größer als für hohe. Das ist der Grund, weshalb A-Gitarren mit Piezo, aber ohne Preamp gerne etwas blechern klingen - der Bassanteil des Signals übersteht den Weg zum Amp nicht.

In A-Gitarren mit internem Preamp wird das kompensiert, aber die Schaltung dieses Preamps muss ebenfalls sehr hochohmig sein, und hochohmige Schaltungen haben unvermeidlich die Eigenschaft, stärker zu rauschen als mittel- und niederohmige. Das Ergebnis ist deshalb immer ein Kompromiss, richtig überzeugende Aufnahmen kriegt man mit Piezo-Abnehmern alleine kaum hin.

Insgesamt sind Piezo-Bauelemente also als Sensoren für Tonfrequenzen problematisch. Vielleicht ist diese neue Technologie ja geeignet, die Piezos abzulösen. Rein technisch gesehen ist es jedenfalls viel einfacher, einen Widerstand zu messen als eine Spannungsquelle mit derart ungünstigen Eigenschaften.
 
Naja, revolutionär wird es wohl erst dann, wenn Signale, die midimäßig verarbeitet werden können, über das Gitarrenkabel, an einen Rechner geschickt werden.

In Kombination mit einem Software-Plug-in hätte das was.

Frag mich ohnehin, wann Geräte endlich in der Lage sind, ein normales Gitarrensignal entsprechend zu analysieren.

Wäre sicherlich ne interessante Aufgabe für Cliff Chase. Dann könnte man auch die geballte Rechenpower des Axe II vernünftig einsetzen. ;-)

Eigentlich ein Thema für einen eigenen Threat...
 

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