Kulanzleistungen und Geschenke...

auge

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Aus dem Framusthread abgeleitet eine Frage:

Wer glaubt ihr bezahlt alle Kulanzleistungen bzw. Geschenke eines Herstellers?
Wie läuft die Kalkulation beim Hersteller?
Prospekte, Endorser, Werbung...und eben Kulanz und Geschenke.
Warum glaubt ihr kann PRS (nur als Beispiel) lebenslange Garantie auf einen Hals geben?

Lg
Auge
 
Ich nehme an es gibt entsprechende Subventionsprogramme der entsprechenden Regierungen. Aber warum machst Du dafür einen neuen Thread auf?

LG
Ralf
 
Also, Christian,
wenn Du mit dieser Frage sagen willst, dass sie vom Hersteller im Verkaufspreis einkalkuliert sind, könnte der Käufer daraus dann auch einen Anspruch ableiten? Keinen rechtlichen natürlich aber einen anders gearteten, einen moralischen wohlmöglich?

Wenn PRS seine Kulanz einkalkuliert und sie auch gewährt, dann scheint es dort mit der Moral sehr gut zu stehen.
 
Nun, ich glaube, dass der Herr Auge darauf hinweisen möchte,
dass die Erwartung

von möglichst niedrigen Preisen
bei maximaler Qualität von Teilen und Arbeit
UND größtmöglichem Entgegenkommen von Herstellern/Händlern
bei gleichzeitiger Beschäftigung qualifizierter Mitarbeiter

kalkulatorisch wohl höchst selten erfüllt werden kann, aber immer wieder als realistisch angesehen wird.

Unternehmer starten ihr Geschäft selten mit dem Ansatz Freude und Wohlstand unter den Menschen zu verbreiten. Und das ist auch nicht ihr Auftrag.

Ich hoffe, ich habe Dich richtig verstanden, Auge.

Gruss
Jörg :?
 
auge":dqfbbt7g schrieb:
Aus dem Framusthread abgeleitet eine Frage:

Wer glaubt ihr bezahlt alle Kulanzleistungen bzw. Geschenke eines Herstellers?
Wie läuft die Kalkulation beim Hersteller?
Prospekte, Endorser, Werbung...und eben Kulanz und Geschenke.
Warum glaubt ihr kann PRS (nur als Beispiel) lebenslange Garantie auf einen Hals geben?

Lg
Auge

Damit demonstriert ein Hersteller seinen Kunden die gebotene Dankbarkeit und Anerkennung für die Produktwahl. Oder etwa nicht?

:-P

Deine Fragestellung scheint rein rhetorischer Art zu sein, in dem Sinne, dass eine naheliegende Antwort sich jedem offenbart. Vielleicht ist es im richtigen Leben aber eben doch nicht so, dass letztlich die Kunden die Kulanz auch zahlen.
Betriebswirtschaftlich bzw. kaufmännisch betrachtet, werden Gewährleistung und eben auch Kulanzleistungen in den Preis einkalkuliert. Und somit schon vorweg bezahlt.

Aber, hier zum Beispiel:

http://www.landsend.de/service-garantie ... DE,pg.html

Wenn man diese Garantie liest, und Lands End verhält sich auch tatsächlich so, dann müßte dieses Unternehmen in Garantie- und Gewährleistungskosten ersaufen. Aus zuverlässiger Quelle weiß ich aber, dass Gegenteil ist der Fall. Lands End hat eine viel geringere Reklamationsquote als der Branchenschnitt. Folglich geringere Kosten. Es müssen also auch geringere Garantieleistungen in die Preise einkalkuliert werden. :roll: Auch in der Wirtschaft ist es manchmal nicht so, wie man glaubt. Vielicht funktioniert es so auch bei Paule Schmitt seinen Gitarren?
 
kershaw":1yz6aurv schrieb:
Unternehmer starten ihr Geschäft selten mit dem Ansatz Freude und Wohlstand unter den Menschen zu verbreiten.

Doch. :!:

Aber eben nicht unter der gesamten Menschheit. Vielleicht nur unter ein paar wenigen. Ehefrau, Sohn, Tochter und natürlich Herr Minister Schäuble.
 
auge":2vkm6zj4 schrieb:
Warum glaubt ihr kann PRS (nur als Beispiel) lebenslange Garantie auf einen Hals geben?

Bei des Pfaelzers Beispiel ging es um eine CE - also eine Schraubhalsgitarre. Ich weiß nicht, wie das mit der Kulanz bei einer Custom ausgesehen hätte.

Andererseits, wenn ich als Hersteller von meinem Produkt derart überzeugt bin, dass ich es in einer derart hohen Preisregion ansiedle, sollte ich solche - bei der herausragenden Qualität doch hoffentlich nur selten - auftretenden Schadensfälle so schnell wie möglich zum Nulltarif regulieren.
 
auge":1eno9gxh schrieb:
b blues ks":1eno9gxh schrieb:
Betriebswirtschaftlich bzw. kaufmännisch betrachtet, werden Gewährleistung und eben auch Kulanzleistungen in den Preis einkalkuliert. Und somit schon vorweg bezahlt.

Und von wem? Das war die Frage!

Ich denke, das hängt von der Größe des Unternehmens ab.
Ein großes Unternehmen, was betriebswirtschaftlich geführt und kontrolliert wird, wird Retouren durch geringere Dividenden ausgleichen. Das Qualitätsmanagement bekommt darauf hin was auf die Finger und in der nächsten Periode wir der Quali Manager ein neues Ziel bekommen, an dem seine Prämie und seine Vertragsverlängerung hängt. Das Ziel heißt: X% weniger Ausschuss, sonst Abschuss...
So machen es zumindest die Global Player.

In einem kleinen Handwerksbetrieb zahlt der Inhaber so lange drauf, wie es die Kasse hergibt. :|
 
Hallo!

Man kann das auch anders handhaben. Das Qualitätsmanagement wird ersatzlos gestrichen. Der Kunde merkt doch schon, wenn er was Kaputtes bekommt - und wird großzügig "kulant" entschädigt.

Schon ist der Kunde so glücklich, dass er fröhlich pfeifend dem arbeitslosen Qualitätsmanager 50 Cent in den Hut wirft...

Gruß

e.
 
erniecaster":1nyi8j60 schrieb:
Hallo!

Man kann das auch anders handhaben. Das Qualitätsmanagement wird ersatzlos gestrichen. Der Kunde merkt doch schon, wenn er was Kaputtes bekommt - und wird großzügig "kulant" entschädigt.

Schon ist der Kunde so glücklich, dass er fröhlich pfeifend dem arbeitslosen Qualitätsmanager 50 Cent in den Hut wirft...

Gruß

e.

Das ist Polemik. Ich glaube, dass Global Player wie Fender, Ibanez, Yamaha, aber auch Music Man, PRS, Martin, Taylor oder Parker über ein sehr modernes Q.M. verfügen. (Gewiss habe ich hier unwissend oder übersehend einige Firmen ausgelassen, auf die das auch zutrifft.)

Kulanz hat aber auch viel mit Kundenbindung zu tun und ist damit eher beim Verkauf und Marketing, als beim QM angesiedelt. Das ist wiederum einer der Gründe, warum man i.d.R. bei amerikanischen Firmen wenig kulante Schadens-Regelungen antrifft. Amerikanische Hersteller sind oft an der Landesgrenze mit dem Verkauf und dem Kundenkontakt fertig.
 
W°°":6edl3qd3 schrieb:
Das ist Polemik. Ich glaube, dass Global Player wie Fender, Ibanez, Yamaha, aber auch Music Man, PRS, Martin, Taylor oder Parker über ein sehr modernes Q.M. verfügen. (Gewiss habe ich hier unwissend oder übersehend einige Firmen ausgelassen, auf die das auch zutrifft.)

Ich habe mir mal von Frank Haunschild ein Video zeigen lassen, daß Abi von Reineckefuchs (wie schreibt man den nochmal...) in einem Werk von Ibanez gedreht hat.
Da wurde eine von den hochpreisigen Ibanez Signature Jazzgitarren komplett in den Shredder gehauen, weil sie einen Lackfehler hatte.
Das ist ein paar Jahre her,
aber da ich von den Pat Metheney/George Benson/John Scofield-Modellen noch nie eine Gurke gesehen/gehört habe,
habe ich den Eindruck, daß da die Kontrolle sehr gut funktioniert.
Das mag im Niedrigpreissektor auch anders aussehen.

:shrug:

Viele Grüße,
woody
 
Hallo Woody, hallo Ihr Wissenden,

aus nahezu "direkter Quelle und TQM Management" kann ich das bestätigen!!!!

Billig oder ..preiswert d. h. der Niedrigpreissektor kennt nicht DAS TQM der Hochpreisigen Artikel!!! Das ist auch nicht der Wille und der Sinn dieses Bereiches! Niedrigpreissektor bedeutet wie in anderen Artikelbereichen auch Massenprodukt mir einer entsprechend vorausgeplanten Ausschuß- oder Mängelware. Egal ob Jeans, Kaffepulver oder Gitarre. Am deutlichsten noch bei den Effekten zu finden. Wer keine Beanstandung "findet" hat Glück oder ist naiv???? Wer weiß das schon...

Hochpreisig bedeutet immer das man einen Namensverlust hinnehmen muß wenns längere Zeit daneben läuft!!! Siehe bestimmte Jahre bei G...bei F... und anderen!!! Auch Ibanez hatte
nicht immer Sternstunden....

Danach kam was immer kommt: Der Kunde vergißt weil er
entweder geil auf den Schriftzug ist oder weil er vor lauter Selbstüberschätzung nicht merkt daß alles trotzdem ein Gameplay ist!

Glaubt es oder nicht.Ein jeder kann nur solange zu Fuß laufen wie er 2 Füße hat.
hollywoody

Woody":2ucyhcoy schrieb:
W°°":2ucyhcoy schrieb:
Das ist Polemik. Ich glaube, dass Global Player wie Fender, Ibanez, Yamaha, aber auch Music Man, PRS, Martin, Taylor oder Parker über ein sehr modernes Q.M. verfügen. (Gewiss habe ich hier unwissend oder übersehend einige Firmen ausgelassen, auf die das auch zutrifft.)

Ich habe mir mal von Frank Haunschild ein Video zeigen lassen, daß Abi von Reineckefuchs (wie schreibt man den nochmal...) in einem Werk von Ibanez gedreht hat.
Da wurde eine von den hochpreisigen Ibanez Signature Jazzgitarren komplett in den Shredder gehauen, weil sie einen Lackfehler hatte.
Das ist ein paar Jahre her,
aber da ich von den Pat Metheney/George Benson/John Scofield-Modellen noch nie eine Gurke gesehen/gehört habe,
habe ich den Eindruck, daß da die Kontrolle sehr gut funktioniert.
Das mag im Niedrigpreissektor auch anders aussehen.

:shrug:

Viele Grüße,
woody
 
Woody":3dqqrv6l schrieb:
Ich habe mir mal von Frank Haunschild ein Video zeigen lassen, daß Abi von Reineckefuchs (wie schreibt man den nochmal...) in einem Werk von Ibanez gedreht hat.
Da wurde eine von den hochpreisigen Ibanez Signature Jazzgitarren komplett in den Shredder gehauen, weil sie einen Lackfehler hatte.

Ja, da soll es auch mehrere Oscars für gegeben haben. :roll:
 
Hiho!

Das kann ich mir nur damit erklären, dass es billiger wäre, eine neue zu bauen, als diese abzuziehen und (teilweise) neu zu lackieren. Und wenn man viel lackiert, ist eine Lackierung nicht soo aufwendig..
Das wirft entweder ein nicht so gutes Licht auf die Qualität der Signature-Jazzgitarren (in wenigen Minuten zusammengeschustert), oder auf die Fähigkeiten der Lackierer (ausbessern bzw. teilweise neu lackieren? Hamm wa ja noch NIE gemacht!) oder es war halt doch irgendwie... gefaked oder inszeniert oder wasweißich.
Niemand (OK: NIEMAND) wirft in der Produktion eine Gitarre weg, die nur neu lackiert werden muss.

Aber es sieht natürlich schick aus...

Beste Grüße!
Jab
 
jab":2m767cl8 schrieb:
Hiho!

Das kann ich mir nur damit erklären, dass es billiger wäre, eine neue zu bauen, als diese abzuziehen und (teilweise) neu zu lackieren. Und wenn man viel lackiert, ist eine Lackierung nicht soo aufwendig..
Das wirft entweder ein nicht so gutes Licht auf die Qualität der Signature-Jazzgitarren (in wenigen Minuten zusammengeschustert), oder auf die Fähigkeiten der Lackierer (ausbessern bzw. teilweise neu lackieren? Hamm wa ja noch NIE gemacht!) oder es war halt doch irgendwie... gefaked oder inszeniert oder wasweißich.
Niemand (OK: NIEMAND) wirft in der Produktion eine Gitarre weg, die nur neu lackiert werden muss.

Aber es sieht natürlich schick aus...

Beste Grüße!
Jab

Na ja - Polyester auf einer laminierten Gitarre - da kann man vielleicht wirklich schneller bauen, als strippen... :roll:
 
W°°":21h8yn49 schrieb:
Ein großes Unternehmen, was betriebswirtschaftlich geführt und kontrolliert wird, wird Retouren durch geringere Dividenden ausgleichen.

Nein, ich denke das Gegenteil. Diejenigen, die auf Gewinn verzichten, wenn etwas schief geht, das sind die kleinen und mittleren wie Du und ich.

Die grossen sind komplett auf maximale Rendite sofort ausgerichtet. Die nehmen den billigeren Zulieferer, fahren Kulanz und Garantie zurück, entlassen Leute ...
 
Sorry, aber IMO (übrigens auch die herrschende Meinung) ist jedes Unternehmen gewinnmaximierend unterwegs, da ansonsten nicht existieren kann.

Die Wege sind halt unterschiedlich. Die Einen wollen Preis- oder Kostenführer sein. Bei denen ist natürlich alles auf günstig getrimmt.
Die Anderen wählen die Qualitätsführerschaft, um im Markt zu bestehen.

Es gibt natürlich Misch- und Sonderformen, die sind aber eher selten.

Die zweite Variante ist mir persönlich die liebere. Unternehmen, die so tätig sind, können es sich nicht leisten ihre Kunden nicht kulant zu bedienen. Zumindest nicht den Großteil der Kunden und nicht auf lange Sicht.

Kulanzleistungen werden bei beiden Formen grds. immer vom Kunden bezahlt.

Ausnahme ist vielleicht der Kleinstunternehmer, der die Kulanz bei zu hoher eigener Arbeitsbelastung dann mit seiner Gesundheit bezahlt. :(
 
jab":37rq7qky schrieb:
Niemand (OK: NIEMAND) wirft in der Produktion eine Gitarre weg, die nur neu lackiert werden muss.
Das möchte ich, vor allem bei japanischen Herstellern bezweifeln.
Ich weiß z. B. definitiv, dass bei den Olympus Kamerawerken JEDE Kamera, die bei der Endkontrolle auch nur die winzigste Fehlfunktion aufweist, sofort vernichtet wird. Das gilt auch für die teuersten Profimodelle.

Obwohl diese Bagatellfehler mit einem minimalen Aufwand nachgebessert werden könnten. Eine Nachbesserung ist jedoch (japanische Perfektion) ausgeschlossen.

Anderes Beispiel:
Ich war einmal im Außendienst beschäftigt bei Rosenthal Porzellan. In der dortigen Manufaktur werden in aufwändiger Handarbeit Skulpturen und Figuren gefertigt. Nach diversen Bränden wird das Werkstück von Hand bemalt….mit Lupe und haarfeinen Pinseln. Eine Arbeit, die Stunden dauern kann.

Sitzt der allerletzte Pinselstrich nicht perfekt, wird nicht korrigiert, nicht retuschiert, sondern das Werkstück wird mit einem Hammer zertrümmert, um seine absolute Unbrauchbarkeit zu garantieren.

Eine Freundin hatte vor Jahren mit ihrem Honda Prelude einen Motorschaden. Man eröffnete ihr: Das Fahrzeug kann nicht repariert werden. Honda stellt keine Austauschmotoren her, da ein Motor von Honda im Verlauf der Lebensdauer des Fahrzeuges (15 Jahre) keinen Defekt haben wird.

Das Fahrzeug bekam sie nie wieder zu Gesicht, es wurde per Container nach Japan geschickt, um dort die Ursache für die „Katastrophe“ zu analysieren.

Sie bekam kostenlos das gleiche Modell als Ersatz, in Wunschfarbe, 2 Jahre jünger und mit 15.000 km weniger auf dem Tacho. Während der Wartezeit stand ihr ein kostenloser Leihwagen zur Verfügung.

Tom
 
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